Bruch, Max
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Die Inspiration zu Max Bruchs dritter Suite für Orgel und Orchester entstammte einer Mischung aus kirchlicher Inbrunst und Italienschwärmerei. Während einer Kur auf der Insel Capri erlebte Bruch am Karfreitag des Jahres 1904 eine Prozession, die der 66jährige seiner Familie in einem lebhaften Reisbericht schilderte: "Voran ein Trauerherold mit einer großen Tuba, worauf er eine Art von Signal bläst.(...) Darauf mehrere große, umflorte Kreuze - eins trägt der Eremit vom Monte Tiberio. Ein paar hundert weißgekleidete Kinder mit großen brennenden Kerzen - jedes trägt auch ein kleines schwarzes Kreuz in der Hand. Sie singen unisono eine Art von Lamentation."
Den brieflichen Impressionen folgten die musikalischen in Gestalt einer vierteiligen Suite, deren Kopfsatz das erwähnte "Trauersignal" und die elegische "Lamentation" eingeführt und kombiniert. Der zweite Satz, für den Überschriften wie "Frühling im Süden" oder "Heiteres Intermezzo" vorgesehen waren, entwickelt sich im schwärmerischen Tonfall Mendelssohns, während das "Nocturno" Bruchs Instinkt für große, kantable Bögen verrät. In zyklischer Abrundung eröffnet das Trauerspiel auch das Finale, um zusammen mit einem lyrischen Seitengedanken dem triumphalen Schluss entgegenzu-stürmen. In einer Umarbeitung der Suite zum Konzert für zwei Klaviere und Orchester lotete Bruch vor allem die konzertante Seiten des Werks aus.
Dem Grundcharakter aus mittelalterliche abgedunkelter Romantik und lichter Italianità aber dürfte die von Paul Wisskirchen entdeckte und überarbeitete Originalfassung am nächsten kommen.
- Suite für Orgel und Orchester op. 88/ (1911),
Wißkirchen
- Teil 1
ISMN M-50000-175-1 Partitur/Orgelstimme
-Teil 2
ISMN M-50000-373-1Partitur/Orgelstimme
Partitur käuflich
und
Stimmsatz=Leihmaterial
siehe auch CD-Aufnahme HCC 1996 002 mit Paul Wißkirchen, Orgel
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