Franceschini, Petronio
9. Januar 1651-4. Dezember 1680
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Sonata in D für 2 (Natur-Trompeten in D, Streicher und B.C.
Orgelfassung:
2 Trompeten in D/C/A und Orgel (Klavier/Cembalo)
Herausgeber Wolfgang G. Haas
ISMN M-2054-1223-4
Petronio Franceschini stammte aus Bologna, wo er auch als Musiker wirkte. Er war von 1675 bis 1680 Cellist an der Basilica di S. Petronio. Er starb in Venedig kurz vor der Vollendung seiner fünften Oper, Dionisio, die später von Partenio vervollständigt wurde. Neben seinen Opern, die laut Thomas Walker „große rhythmische Energie [besitzen] und vielfältigen Gebrauch von der Trompete im Dialog mit der menschlichen Stimme machen", hinterließ Franceschini Kirchenmusik, darunter auch zwei Kirchensonaten, von denen die hier herausgegebene aus seinen letzten Lebensjahren stammt. Ihren vollen Klang verdankt sie teils der Streicherbesetzung mit zwei Bratschenparts statt nur einem. Besonders erwähnenswert ist der dritte Satz, in dem die Trompeten in Moll spielen, eine Seltenheit in der Trompetenmusik des Barock, in der dieses Instrument als Ausdruck von Glanz und Pracht gewöhnlich mit den Tonarten C-Dur oder D-Dur assoziiert wird. Die Verwendung der Molltonart verleiht diesem Werk einen besonders tief empfundenen Charakter und zeigt Franceschini als originellen Denker.
Die Sonate besteht aus 4 Sätzen, ein eröffnender 13-taktiger Grave-Satz, gefolgt von einem munteren Allegro. Darauf folgt ein Adagio, dass die beiden Naturtrompeten in den Moll-Modus mit einbeziehen. Diese, für Naturistrumente ungewöhnliche Tonart, kennen wir aber auch schon von 2 Sonaten die in Kremsier (Böhmen) entstanden sind.
Die Komponisten Heinrich Ignaz Franz Biber1) und Pavel Joseph 1633c-1693 Vejvanovský2) schrieben diese Werke. Zuvor hatte der Italiener Girolamo Fantini3) (1600-1675) in seiner Trompetenschule „Modo per imparare a sonare di tromba“ (1638, Frankfurt) die Treibtechnik vorgestellt, wobei z. B. eine Dur-Terz zu einer Moll-Terz getrieben werden konnte. Im abschließenden 4. Satz Allegro kommen neben den zugespielten und beantworteten Motiven noch zwei kleine Solopassagen für die Solisten hinzu.
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