José de Juan Martínez (um 1810 nach1882)

1510-1566

martinez



    Was für Frankreich François Georges Auguste Dauverné*1) (1799-1869) ist für Spanien der Trompeter José de Juan Martínez. beide sind herausragende Trompeter, spielten in Orchestern und bekamen den Auftrag jeweils in ihrem Land (Dauverné in Paris und Martínez in Madrid) eine Trompetenklasse aufzubauen. Der zweite große Umbruch des Gebrauchs der der Trompete (nach der Einführung in die Kammermusik nach 1600), fand in dieser Zeit statt. Die Naturtrompete wurde modifi ziert. Baute man zunächst Instrumente in mehreren Stimmungen, lehnte sich an die Stopftechnik der Hornisten an, bereicherte die Trompete, holzistrumentenähnlich durch Klappen, schienen die ersten Ventile eine nachhaltige Lösung zu bringen. Sinn war natürlich, den Klang des heroischen Instrumentes aus seiner Naturtonenge in chromatisch-romantische Orchestertüchtigkeit zu führen. Das romantische Orchester entwickelte sich zwar zu einem chromatischen Desaster für die Naturtrompete, aber ohne die Ansatztechnik des Obertoninstrumentes kam auch der „Romantische-Trompeter“ nicht aus. Als 1830/31das Konservatorium in Madrid gegründet wurde gehörte es zu den Pfl ichten der Lehrer, der Schulleitung ihre Lehrwerke vorzustellen. Da noch keine „Méthode de Clarin“ existierte, schrieb Martínez wohl kurzerhand seine eigene, noch heute in der Bibliothek des Konservatoriums, handschriftlich erhaltene Metodo de Clarín/Para/ La ensenanza/del/Real Coservatorio de Musica/Maria Cristina/Compuesto por si M.tro del mismo/José de Juan y/Martínez. Signatur des Autors mit Jahreszahl 1830 Ebenso wie Dauverné in seiner Méthode théorique & pratique (1883) stellt Martínez (1830) im ersten Teil seiner Schule die Technik (der verschieden gestimmten) Naturtrompeten vor, bevor er im zweiten Teil mit Grundübungen in Anstoß, Mehrfach-Zungentechnik und Signalwesen im Naturtronbereich einführt.

  • Naturtrompeten
    José de Juan Martínez um1810-nach1882
    Aus „Método de Clarin“
    12 Duos (1830)
    ISMN M-2054-1024-7

  • 3 Piezas para cuatro clarines (1830)
    Drei Quartette zu 4 (Natur-)Trompeten
    Partitur mit Stimmensatz
    ISMN M-2054-1025-4

    Neun der Zwölf Duos für gleiche Instrumente sind durchweg für Naturtrompete in D oder C geschrieben (Estos Dous deben de ser tocados en Re ó Do pues son los tonos mas faroable!), die letzten drei Duette bereichern die harmonische Führung durch verschieden gestimmte Naturtrompeten. Martínez überschreibt diese drei Duette mit Estos Duos pueden tocarse en los tonos de La.b. y Mib. Sib. y Fa, Sol y Re. Im Notentext sind die Stimmungen aufgeführt und mögen den Ausführenden mit modernem Instrumentarium anregen im Naturtonbereich zu transponieren.

    Duette sind seit je als Gemütsergötzung da und hatten immer wieder auch einen pädagogischen Zweck zu erfüllen. Diese Duos passen gut in diese Tradition hinein.

    Die Drei Quartette sind für 4 Clarini in Es vorgeschrieben. Ist der das erste Werk mit Marcha, das zweite mit Vals überschrieben, fehlt dem Letzten Werk im 2/4 Takt eine Bezeichnung, trägt aber auf Grund der Thematik Fanfarencharakter.
    Die Werke sind ebenso gut auch mit modernen Trompeten ausführbar.

 


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