Neruda, Jan Křtitel Jiří (Johann Baptist Georg)

(um1707-um1780)

ner


  • Konzert Es Dur
    für Horn oder Trompete und Streichorchester
    Concerto in E fl at major
    for Horn or Trumpet and Strings
    edited and arranged by Wolfgang G. Haas
    ISMN M-2054-1460-3P (Partitur)
  • ISMN M-2054-1460-3S
    (Stimmensatz Solo/4,4,4,2,1)


    Neruda hinterließ ein reichhaltiges musikalisches Erbe mit seinen 18 Symphonien, 10 Violinkonzerten, einem Fagott-konzert, 34 Triosonaten, verschiedenen Tänzen, zwei Kirchenkantaten, ein Salve Regina und der Oper „Les Troqueurs“. Sein heute bekanntestes
    Werk, das KONZERT / A / Corno Primo / 2 Violini / Alto Viola / Con Basso / Del Sig: Neruda. Es wurde in der Bibliothek des Zisterzienserklosters in Osek (Ossegg), in der Nähe von Teplitz- Schönau, in Nordböhmen gefunden und liegt jetzt im tschechischen Nationalmuseums in Prag. Das Manuskript ist offenbar die Abschrift eines Kopisten, die doch recht viele Fehler enthält.
    Der Komponist verlangt für das Soloistrument Horn, einen recht großen Ambitus, den Tonumfang vom 8. bis zum 24 Naturton.
    Wegen dieses Umstandes, der von den Trompeterkollegen gut gemeistert werden kann, gehört dieses Konzert heute zum Standardrepertoire der Trompeter und mit zu den drei „großen Konzerten“ in der Ergänzung zu denen von Franz Joseph Haydn (1732 - 1809) und Johann Nepomuk Hummel (1778 - 1837) Das Konzert ist wohl dem „galanten-Stil“ zuzuordnen, dass die Entstehung von Nerudas Hornkonzert in die Mitte des 18. Jahrhunderts vermuten läßt. Die Geigen sind oft im unisono gehalten und die Bratschen spielen häufi g col basso, so dass oft ein dürftiges Klangbild entsteht. Eine Reihe unvollständige Akkorde, die zwangsläufig zu mehrdeutigen Harmonien führen, lässt erhebliche Spielräume bei der Auslegung des basso continuos zu. Es ist auch keine beziff erte Bassstimme in der Abschrift zu finden, so dass eine Auff ührung ohne Tastenistrument zu rechtfertigen ist, obwohl diese auch leicht von einem Generalbass hinzugefügt werden kann. Wir haben in der Neuausgabe dieses Werkes bewusst darauf verzichtet.
    Die von dem Unterzeichner sehr geachteten Musikwissenschaftler- und Trompeter-Kollegen Edward H. Tarr und Max Sommerhalder setzten die Entstehung dieses Werkes um 1750 an, wobei Tarr den Hornisten Johann Georg Knechtel, der mit dem Komponisten in der Dresden Hofkapelle zwischen 1734-1756 wirkte, als ersten Interpreten mutmaßt und Sommerhalder die erste Auff ührung an der Fundstelle des Manuskriptes Kloster Ossegg vermutet und die dort tätigen Horn Virtuosen Anton Joseph Hampel oder Jan Vaclav Stich- Punto ins Gespräch bringt. Dieses wichtige böhmischen musikalischen Zentrum, hatte sein eigenes Orchester, zu dessen Inventar gehörten auch ab 1714 zwei ventillose Naturhörner (Corno da caccia) in tiefer Es-Stimmung, mit der Gründung der Stadtpfarrkirche St. Peter und Paul 1714 durch Octavio Broggio. (Auszug des Vorwortes)






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