Weiner, Stanley

1925 - 1991

Weiner, Stanley

Violinist oder Komponist?
Yehudi Menuhin schreibt: „Stanley Weiner ist nicht nur ein brillanter Violin-Virtuose, sondern auch ein außergewöhnlicher Komponist- eine Doppelbegabung, die in dieser Zeit ein selten anzutreffendes Phänomen darstellt."

Zur Zeit seiner Geburt, am 27. Januar 1925, war sein Vater stellvertretener Konzertmeister des Baltimore Sinfonieorchesters und musikalischer Leiter des Städtischen Rundfunks, WBAL. Seine Mutter verzichtete auf eine musikalische Karriere, um drei Söhne großzuziehen, von denen Stanley der älteste war.

Im Alter von acht Jahren begann mit einem Konzert beim National Symphony Orchester in Washington seine Laufbahn als Violin- virtuose. 1947 profilierte sich der Amerikaner russischer Abstammung mit einem Probespiel bei Leonhard Bernstein und wurde jüngster Konzert-Meister im New York Symphony Orchestra.

Weiner, Stanley und Bernstein, Leonhard

Später wechselte er in gleicher Position zur Indianapolis Symphony unter Fabian Sevitzky. Doch als Orchestermusiker zu arbeiten, war für Weiner nur Zwischenstation. Ihm schwebte eine solistische Kariere vor. Und da Solokonzerte in Europa der Schlüssel für den Erfolg in Amerika waren, ging Weiner 1953 nach Europa.

Für immer: Er ließ sich in Brüssel nieder, konzertierte und unterrichtete mit großem Enthusiasmus, unter anderem erhielt er an der Musikhoch schule in Hamburg eine Professur für Violine.

Bernstein, Weiner und sein Lehrer Piastro in New York 1947


Erst als Dreißigjähriger begann sein kompositorisches Schaffen - und schrieb in den folgenden 35 Jahren 213 Werke verschiedener Gattung und Besetzungen.

Im Bewusstsein ist Stanley Weiner vor allem als energievoller, kreativer Musiker der durch seine Persönlichkeit ein Flair zu schaffen verstand niveauvolle Musik entstehen zu lassen. So ist sowohl seine Kammermusik, seine Orchesterwerke und seine Vokal- und Kirchenmusik immer vom individuellem Empfinden, im Bewustsein einer sich wandelnden Klangästhetik geprägt.
Nach eigenen Aussagen steht sein Oeuvre bewusst in Opposition zu den Hauptströmen der musikalischen Avantgarde.

Künstlerische Impulse erhielt Weiner unter anderem durch die Geiger Yehudi Menuhin und David Oistrakh. Mittlerweile liegen über 40 Einzelausgaben,
Vier Editionen einer kritischen Gesamtausgabe, die Autobiographie des Komponisten (in der Buchreihe Kölner Musikbeitröge Band 5) und das Stanley Weiner-Werkeverzeichnis (in der Buchreihe Kölner Musikbeitröge Band 4) sein WeinWV vor.

Heute gehört Stanley Weiner nicht mehr zu den Unbekannten des 20. Jahrhunderts.

Die Stanley Weiner - Gesamtausgabe

Die noch im Todesjahr 1991, auf Initiative von seiner Frau Jaqueline Weiner-Devreux und von dem Freundeskreis u. a. Paul Wißkirchen, Juan Rodríguez Romero, Wolfgang G. Haas,
Edward H. Tarr, Ifor James ins Leben gerufene Weiner-Freundeskreis, legte den Grundstock für eine lebendige Pflege der Werke des Komponisten und einer vorbereitenden Gesamtausgabe seines Schaffen.

Stanley Weiner hat sich bereits zu Lebzeiten, auf Grund der aktiven Nachfrage seiner kompositorischen Arbeit, mit führenden Verlagen zusammen getan und eine Reihe seiner Werke editiert.

Dass der gesamte handschriftliche Nachlass erhalten ist, verdanken wir seiner Frau, Jaqueline Weiner-Devreux, die sich mit großer Energie für die Pflege des kompositorischen Werkes ihres Mannes einsetzt.

In 15 Kategorien teilte Stanley Weiner sein Oeuvre ein. Editorisch werden die Werke nach seinen Vorgaben herausgegeben und in einer 16. Kategorie, die Nachträge, die ohne Werknummer geblieben sind zusammengefasst.

Die Quellenlage stellt sich bei dem Komponisten optimal dar, sein Gesamtoevre befindet sich im Stanley Weiner-Archiv des Wolfgang G. Haas-Musikverlag Köln e. K. Ebenso liegen die Erstdrucke, die Aufzeichnungen zu den Werken, eigene Korrekturgänge, die in Zusammenarbeit mit Orchestern, Musikern und Dirigenten bei Aufnahmen, Proben und Konzerten entstanden sind dort vor. Bedeutsam ist zudem das archivarische Material. Die Gesamtausgabe greift also einerseits auf einen gut erhaltenen Quellfundus zurück, steht andererseits aber vor dem Problem, das die Weiner-Forschung noch in den Anfängen steckt und damit in jeder Edition musikwissenschaftliche Pionierarbeit geleistet werden muss. Da die Gesamtausgabe alle zugänglichen Quellen zur Herausgabe heranzieht und die Werke im hochwertigen Neustich entstehen, können wir hochwertige Ausgaben vorlegen.
Die Informationen zu den einzelnen Werken sind in verschiedenen Quellen vorhanden und geben auch Auskunft zur Aufführungsgeschichte. Diese historischen Zusammenhänge werden auch in den Vorworten der Ausgaben wiedergegeben.

Um der Praxis entgegen zu kommen, veröffentlicht der Wolfgang G. Haas-Musikverlag Köln e. K. über die Gesamtausgabe hinaus Einzelausgaben mit Aufführungsmaterial. Seit 1991 wird die Gesamtausgabe von der Editionsstelle Weiner im Wolfgang G. Haas Musikverlag Köln e. K. (Adresse siehe Impressum), die jedem gerne weitere Auskünfte erteilt.

Neu erschienen:
Konzert für Orgel und Orchester, Wein 153
ISMN M-50000-453-0 Partitur
ISMN M-2054-1028-5 Orgelstimme
Orchesterstimmen: Leihmaterial

Eine CD-Aufnahme dieses Konzertes: HCC 2008 003

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